Es ist fast 2 Jahre her, seit ich das letzte Mal hier geschrieben habe.
Einige meiner Freunde haben in der Zwischenzeit immer mal nachgefragt, wie es denn um meinen am 11.05.2017 veröffentlichen Plan „Step by step“ stehe (nicht ganz uneigennützig, weil sie uns gerne in Kanada besuchen kommen möchten). Ich kann ihnen und allen anderen eventuell nach wie vor interessierten Lesern verkünden: Die Realisierung des „Drei-Jahr-Plans“ geht voran!
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Sprachurlaub in England √
Im Oktober 2017 war ich für eine Woche in Manchester und habe an der EF-Sprachschule einen Englisch-Kurs besucht. Mehr noch als der Unterricht selbst hat mir der Umstand gebracht, dass ich für eine Weile ganz alleine im englischsprachigen Ausland war und fast ausschließlich auf Englisch kommuniziert habe, ob in der Schule, mit meinen internationalen Mitschülern oder bei allem, was ich in Manchester so unternommen habe. Das hat mich in meiner Meinung bestärkt, dass ich unbedingt für längere Zeit ins Ausland gehen möchte, um intensiv Englisch zu lernen.
(Dieter hat seinen Audio-Englischkurs wohl noch nicht wieder angerührt, was angesichts des Stresses, den er in der zurückliegenden Zeit bei seiner Arbeit hatte, aber absolut verständlich ist.)
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Weitere Sprachkurse im Ausland, ggf. kombiniert mit einem Urlaub als „Selbstversorger“
Den Haken kann ich hier zwar nicht ohne Weiteres setzen, aber de facto ist auch das erledigt. Im September 2018 waren wir für knapp 3 Wochen in Vancouver, wo wir gemeinsam mit Freunden eine Ferienwohnung gemietet und uns selbst versorgt haben, also auch einkaufen gehen mussten etc. Zugegebenermaßen haben wir dabei nicht allzu häufig Englisch gesprochen, da man im Supermarkt ja nicht so viel mit den Verkäufern redet und wir uns untereinander auf Deutsch unterhalten haben. Weil wir sehr viel sehen wollten und fast jeden Tag unterwegs waren, habe ich dort auch keinen Englisch-Kurs belegt. Der Lerneffekt ist bei diesem Urlaub also zu kurz gekommen.
Dafür habe ich von Oktober 2018 bis März 2019 – neben den regelmäßigen Unterrichten bei uns im Büro – einmal in der Woche Englischkurse am Deutsch-Amerikanischen-Institut in Heidelberg besucht, zunächst einen Konversationskurs und danach einen B2-Kurs. Da beide nicht das optimale Lernergebnis für mich brachten, bin ich danach zu Online-Kursen auf italki.com übergegangen, wo ich inzwischen meist sogar zweimal pro Woche für eine Stunde mit meiner US-amerikanischen Lehrerin über die verschiedensten Themen rede. Mal geht es um Freizeit und Hobbies (sie war auch schon auf einigen Comic Cons), mal um berufliche Themen, mal machen wir Bewerbungstraining.
Apropos: Die Bewerbung, von der ich am 06.08.2017 berichtete (Just go and try it!), habe ich letztlich nicht versandt, da in der auf der Website zu findenden Version der Stellenausschreibung ausdrücklich stand, dass man hierfür eine gültige Arbeitserlaubnis für Kanada brauche. Eine gute Übung war es allemal. In der Zwischenzeit habe ich verschiedene weitere Bewerbungen versandt, darunter auch an eine Firma in England bzw. internationale Unternehmen in Deutschland, deren Unternehmenssprache (und damit auch Bewerbungssprache) Englisch ist. Ein Stellenwechsel hat sich daraus nicht ergeben, aber ich habe dazugelernt und hatte zudem intellektuell fordernde Beschäftigungen, die mich vor einem Rückfall in die Depression bewahrt haben. (Im Herbst/Winter 2018/2019 musste ich allerdings zeitweilig auch wieder auf medikamentöse Unterstützung zurückgreifen, um die graue Zeit und eine nervige neue Kollegin zu überstehen. Beides ist zum Glück kein Thema mehr.)
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Im Herbst 2020 für 2 bis 3 Monate ins englischsprachige Ausland
Die letzten Wochen hatte ich dazu genutzt, mich über die Möglichkeiten einer beruflichen Auszeit etwas näher zu informieren und mir Gedanken zu machen, welches Modell für mich in Frage kommt. Da man nach 4 Wochen unbezahlter Freistellung nicht mehr sozialversichert ist und sich dann selbst versichern muss, scheint mir die Teilzeit-Variante der bessere Weg. Das ist so ähnlich wie bei Dieters Alters-Teilzeit-Modell: Ich schließe für 6 Monate einen Teilzeitvertrag mit entsprechend reduziertem Gehalt, arbeite aber trotzdem 3 Monate Vollzeit und habe dafür die folgenden 3 Monate frei.
Heute hatte ich mein jährliches Personalgespräch, in dem mir mein Chef eigentlich nur mitteilen wollte, dass wir alle den üblichen Inflationsausgleich bekommen und dass er mit meiner Arbeit sehr zufrieden ist. (Ja, in der Reihenfolge.) Ich habe die Gelegenheit genutzt, ihm mitzuteilen, dass ich nächstes Jahr von September bis November eine Auszeit nehmen möchte, um für längere Zeit ins Ausland zu gehen. Er nahm das sehr offen auf und hatte auch sofort eine Vorstellung, wovon ich spreche, als ich ihm das obige Teilzeit-Modell erläuterte. Er wird das mit den weiteren betroffenen Anwaltskollegen besprechen und dann werden wir langfristig die weiteren Schritte in Angriff nehmen (wie z. B. eine Zeitarbeitskraft suchen, die ich während meiner Vorarbeits-Phase schon mal etwas einarbeiten kann). Von Seiten meines Arbeitgebers scheint dem längeren Auslandsaufenthalt also nichts im Wege zu stehen.
Damit das Ganze für uns trotz meines reduzierten Gehaltes finanzierbar wird, habe ich mich jetzt auch schon mal über alternative Wohnmöglichkeiten informiert und tendiere entweder zum Home Exchange/House Swap (jemand anderes wohnt bei uns, während wir in seinem Hause/seiner Wohnung im Ausland wohnen) oder zum House Sitting, das auf dem amerikanischen Kontinent durchaus verbreitet ist. Bei Dieter werde ich allerdings diesbezüglich noch Überzeugungsarbeit leisten müssen.
Als Ziel angedacht ist nach wie vor Vancouver/Kanada. Aber wie schon vor 2 Jahren geschrieben: „all may be subject to change“. Letztlich müssen wir sehen, was wir finanziell realisieren können.
Ihr seht also, auch wenn ich lange nichts mehr geschrieben habe, habe ich mein Ziel nicht aus den Augen verloren.









